„Wir haben es mit Gedichten zu tun, die als wirklich modern, ja sogar als avantgardistisch gekten können. Für mich sind die von Hugo Bollschweiler vorgelegten Gedichte in ihrer Dunkelheit, ihrer geradezu surrealen Metaphorik typischer Ausdruck einer neuen lyrischen Moderne. Längst wissen wir, dass die Qualität der Bildersprache, die sprachschöpferische Kraft, als Kriterium für den Rang lyrischer Texte gelten kann. Mittelmässige Lyriker zehren von einem traditionellen Vorrat an poetischen Bildern; echte Lyriker hingegen versuchen, durch die Ablagerungen der Worthülsen hindurchzustossen, unverbrauchte, neue Bilder zu finden. Zu den letzteren zähle ich Hugo Bollschweiler. Wir werden künftig noch einiges von ihm erwarten dürfen." Prof. Dr. Mario Andreotti, Universität St.Gallen
"Der Neologismus 'abendludern', so der Titel des ersten von insgesamt sechs Gedichtzyklen, liest sich geradezu als eine Formel zur Beschwörung von Schwitters' sprichwörtlichem 'ludistischem Lettrismus'. So glaubt mancher Leser im Halbdunkel des Textes 'Altprosa' mehr oder minder deutlich die Zauberflöte zu vernehmen. Das Poem „reminiszenz a-moll" scheint dem Schöpfer der „Ursonate", der Text „irritation" Schwitters als dem Ahnherrn der konkreten Poesie gewidmet zu sein. Die Musikalität seiner Sprache, seine Experimentierfreudigkeit sowie die oftmals unverbrauchten Metaphern lassen „mundwurf“ als eine Art vielversprechende Etüde erscheinen." Neue Zürcher Zeitung, 18.7.2002
Daniel Hess: Strophen Sechs Lieder für Sopran, Klarinette, Violoncello und Klavier auf Texte von Franz Hohler und Hugo Bollschweiler. (2007/2008)
"Sechs Lieder nach Texten von Franz Hohler und Hugo Bollschweiler machten das Leiden an der gebrechlichen Einrichtung der Welt hörbar.Tröstlich erlebbar war dabei die Möglichkeit der Kunst, dieses Leidenin Musik zu verwandeln und als Lied in die Welt zu singen." St.Galler Tagblatt, 02.12. 2008
Daniel Hess/ Hugo Bollschweiler: Tageszeitlosen (oder Der Grosse Kalender)
Dramatische Szene mit Musik (2009) Kurzoper für Alt, Sopran, Tenor, Chor und Orchester Musik: Daniel Hess Libretto: Hugo Bollschweiler
"Am vergangenen Samstag wagte sich der Neuenkircher Coro Cantarina an ein für Gesangschöre eher unübliches, herausforderndes Stück. Es handelte sich um die Auftragskomposition «Tageszeitlosen». Geschaffen wurde das Werk vom Komponisten Daniel Hess und Texter Hugo Bollschweiler. In den expressionistischen Geschichtsfetzen ging es nicht ganz unerwartet um Liebe, Leben und Vergängnis. Beginnend mit «Schwelende Sommertage fluten verklebte Männer in flüchtige Walzer mit milchigen Mädchen» und endend mit «Was war da noch» zeigten die Tageszeitlosen Momentaufnahmen menschlicher Existenz. Der Coro Cantarina konnte bravourös mit den sich innert kürzesten Abständen abwechselnden Empfindungen und den entsprechenden wirbligen, teils sehr perkussiven musikalisch-sprachlichen Formwechseln eine tragende Brücke zum Publikum aufbauen und erhalten. Einen wichtigen Anteil daran hatten die von Martin Klaus gesprochenen Tonbandeinspielungen und das Orchester, das mit Wucht und Feinheit in den richtigen Augenblicken die richtigen Akzente setzte. Eine Aufführung, die noch lange in den Ohren nachklingen sollte." Sempacher Woche, 18.04.2010
Hugo Bollschweiler: Contrepoints concertants, op.32 (1990)
Orchestre de Chambre de Fribourg Emmanuel Siffert, direction
„<L’Orchestre de chambre de Fribourg> sait parfaitement gérer les éléments thématiques variés des „Contrepoints concertants“ d’ Hugo Bollschweiler, dans une expression franche, animée de progressions ou d’étonnantes sensibilités dans les mélodies fragmentées sur un ciel d’aube de „Silhouette.“ La Liberté, 18.6.1994
„Eine rhytmisch akzentuierte „Farce“, eine immer wieder neue Modulationen suchende „Silhouette“ und ein energisch kurzer „Danse“ prägen sich durch Wiederholungen und eigenständige Stimmungen ein.“ Freiburger Nachrichten, 25.6.1994
Werkverzeichnis (Alle Werke beim Autor verlegt und erhältlich, ausser anders angegeben)
Fantasie (1988) für 4 Violen Dauer: 5' 00"
3 Intermezzi (1988) für 4 Violen Dauer: 7' 00"
Elegie (1988) für 3 Violen Dauer: 4' 00"
Kleine Suite (1988) für 2 Violen und 2 Violoncelli Dauer: 10' 00"
4 Miniaturen (1988) für 5 Violen Dauer: 5' 00"
Trauermusik (1989) für 2 Violinen, 2 Violen und Violoncello Dauer: 10' 00"
Hymne (1989) für Violine, Viola, Klarinette und Kammerchor Text von Hugo Bollschweiler Dauer: 4' 00"
drei sonette (1989) für 6 Violen Dauer: 11' 00"
Konzertrondo (1990) für Viola und Streicher Dauer: 12' 00"
satyricon (1990) für Streichquartett Dauer: 6' 00"
sieben epigramme (1991) für Piano solo Dauer: 6' 00"
drei madrigale (1991) für Viola und Fagott Dauer: 9' 00"